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Naturwissenschaftliche Begleitforschung

Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ (Department Naturschutzforschung) und die Universität Leipzig (Institut für Biologie – AG Spezielle Botanik und funktionelle Biodiversität) begleiten die Revitalisierungsmaßnahmen im Projekt Lebendige Luppe mit einem naturwissenschaftlichen Langzeit-Monitoring.

Ziel ist es, die durch die Maßnahmen eintretenden ökologischen Veränderungen im Auwald zu erfassen und zu bewerten.

Dafür wurden in den vergangenen Jahren im Projektgebiet über 60 Dauerbeobachtungsflächen eingerichtet, auf denen Grundwasserdynamik, Wasser- und Stoffhaushalt im Boden, floristische und faunistische Artenvielfalt,  Kohlenstoffspeicherung und viele andere Faktoren erfasst werden. Dies ermöglicht zum einen eine die Beobachtung des „Ist-Zustandes“, zum anderen die zukünftige Evaluierung der Maßnahmewirkungen. Die hier gewonnenen Erkenntnisse werden direkt in die Maßnahmenplanung eingebunden und können als Basis zukünftiger, ähnlich gelagerter Projekte dienen.

Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Erforschung der Auswirkungen, die ein vitales Auenökosystem auf den Menschen hat. Ausgewählte Auenfunktionen und abgeleitete Ökosystemleistungen (z.B. die Habitatfunktion – Lebensraum für Pflanzen und Tiere, Arten- und Biotopschutz, Biologische Vielfalt oder die Regulationsfunktion – Nährstoffrückhalt, Grundwasserneubildung, CO2-Bindung) werden untersucht und bewertet. Die Ergebnisse fließen in die projektbegleitende Öffentlichkeits- und Umweltbildungsarbeit ein, deren Hauptanliegen es ist, das Wissen um ökologische Zusammenhänge zu vermitteln und die Wertschätzung für den Auwald innerhalb der Bevölkerung zu stärken.

Aktuell in der naturwissenschaftlichen Begleitung

Das Abflussverhalten der Fließgewässer des Projektgebietes und des Grundwassers sind wichtige Eingangsgrößen für die Planungen im Projekt Lebendige Luppe. Das aufgebaute Netz von Probepunkten im Projektgebiet gibt in Kombination mit offiziellen Pegeldaten der Flüsse ein sehr gutes Bild der Hydrologie des Leipziger Auwalds. 

Grundwasserstand in der Burgaue und Oberflächenwasserstand in der Neuen Luppe für das hydrologische Jahr 2017 (Daten Lebendige Luppe – UFZ & Universität Leipzig, aus: Scholz et al. (2019)) | Grafik: UFZ
Grundwasserstand in der Burgaue und Oberflächenwasserstand in der Neuen Luppe für das hydrologische Jahr 2017 (Daten Lebendige Luppe – UFZ & Universität Leipzig, aus: Scholz et al. (2019)) | Grafik: UFZ

Für den Zustand des Leipziger Auwaldes spielt aktuell das Eschentriebsterben eine große Rolle – auch im Projekt Lebendige Luppe. In der Elster-Luppe-Aue sind knapp 40 % der Bäume in der obersten Baumschicht Eschen. Da die Krankheit die Baumartenzusammensetzung und die Struktur des Auwaldes voraussichtlich stark verändern wird, erfasste die naturwissenschaftliche Begleitung die Entwicklung des Eschentriebsterbens auch im Jahr 2020.

Erste Beiträge zur Verbesserung der Funktionsfähigkeit des Auwaldes werden aufgrund der wissenschaftlichen Erhebungen im Auwald schon heute geleistet: So wurde im Projekt Lebendige Luppe auch die Totholzmenge kartiert und ausgewertet. Die Erkenntnisse gehen direkt in die forstwirtschaftlichen Arbeiten auf Leipziger Flur ein.


Aktuell in den Papitzer Lehmlachen

Beobachtungen von Bombina bombina von 1996 bis 2016. | Grafik: Zusammenstellung D. v. Breukelen, M. Scholz und W.-R. Große nach Daten von W. Große & UFZ/Universität Leipzig, aus Vlaic et al. (2017)
Beobachtungen von Bombina bombina von 1996 bis 2016. | Grafik: Zusammenstellung D. v. Breukelen, M. Scholz und W.-R. Große nach Daten von W. Große & UFZ/Universität Leipzig, aus Vlaic et al. (2017)

Seit 2013 beobachtet die naturwissenschaftliche Begleitforschung im Projekt Lebendige Luppe die Amphibienbestände und vergleicht die erhobenen Daten mit denen zumeist ehrenamtlicher NABU-Mitarbeiter aus den vorhergehenden Jahren. Dabei konnte vor allem für die Leitart Rotbauchunke eine erfreulich positive Entwicklung festgestellt werden. Gegenüber den 1990er-Jahren, in denen die Lachen massiv unter dem Grundwasserentzug und den fehlenden Hochwassern litten, haben sich ihre Bestände durch die Bewässerung des NABU stabilisiert. 2018 konnte zudem der Kammmolch in vielen Gewässern wieder nachgewiesen werden. 

Mehr über die Arbeit der naturwissenschaftlichen Begleitforschung im Projekt Lebendige Luppe finden Sie hier.


Veröffentlichungen aus der naturwissenschaftlichen Begleitforschung des Projekts Lebendige Luppe

  • Riedel, J., Sahlbach, T., Scholz, M., Masurowski, F., Kasperidus, H.D., Engelmann, R., Seele, C., Marlow, F., Mansel, H., Brückner, F. & Sandig, F. (2017): Die Verwendung gekoppelter Modelle in der Planung von Auenrevitalisierungsprojekten am Beispiel des Projektes "Lebendige Luppe" aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt. KW Korrespondenz Wasserwirtschaft 10 (12): 750-755.
  • Scholz, M.,  Riedel, J., Seele, C., Engelmann, R., A., Heinrich, J., Henle, K., Herkelrath, A., Kasperidus, H.D., Kirsten, F., Löffler, F.,Masurowski, F., Vieweg, M., Wirth, C. & Sahlbach, T. (2019): Das Projekt Lebendige Luppe – ausgewählte wasserwirtschaftliche Aspekte der Leipziger Nordwestaue. DWA Jahrbuch 2019 Gewässer-Nachbarschaften. DWA-Landesverband Sachsen/Thüringen: 162-175.
  • Scholz, M., Seele, C., Engelmann, R.A., Hartmann, T., Heinrich, J., Henle, K., Herkelrath, A., Kasperidus, H.D., Kirsten, F., Löffler, F., Masurowski, F., Sahlbach, T., Wirth, C., Riedel, J. (2018): Das Projekt Lebendige Luppe – ein Beitrag zur Renaturierung der Leipziger Nord-West-Aue Auenmagazin 14: 14 – 21.
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Kontaktbüro Lebendige Luppe
Michael-Kazmierczak-Str. 25
04157 Leipzig
Telefon: 0341 86967550
E-Mail: info_at_Lebendige-Luppe.de
Mo: 9–18 Uhr
Di–Do: 9–15 Uhr
(Eingang über Coppistraße, neben Nr. 69)
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