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Baumaßnahmen des NABU Sachsen

Aufwertungsmaßnahmen am Burgauenbach und den Waldspitzlachen

Am Burgauenbach | Foto: Karolin Tischer
Am Burgauenbach | Foto: Karolin Tischer


Mit der Projektverlängerung 2020 wird der Burgauenbach, ursprünglich selbst ein Renaturierungsprojekt, stärker in die Planungen mit einbezogen. Aufbauend auf eine Evaluierung aus den Jahr 2019 (beauftragt durch den NABU Leipzig), die Erfolge und Defizite des Baches aufzeigt, sollen mit gezielten Maßnahmen die Lebensräume des Burgauenbachs und seiner Umgebung aufgewertet und dadurch die weitere Wiederansiedlung verschiedener auentypischer Tier- und Pflanzenarten ermöglicht werden. Der NABU Sachsen bringt sich in der neuen Projektphase wieder planerisch in das Projekt ein und nutzt seine 2019 getätigten Vorarbeiten, um gezielt aufwertende Maßnahmenvorschläge zu erarbeiten, die in die Planungen zur Lebendigen Luppe integriert und umgesetzt werden können.

Die Baumaßnahmen im Rahmen des Projekts Lebendige Luppe sollen die Bedingungen für auentypische Prozesse verbessern. Diese auentypischen Prozesse sind Wasserdargebot – die Versorgung des Auenmosaiks aus Gewässern, Wald und Wiese mit Wasser; Dynamik – wechselnde Wasserstände des Oberflächen- und Grundwassers, Änderung der Gewässerläufe längs und quer, Sedimentumlagerungen sowie aktive und passive Verbreitung von Organismen und damit einhergehend die Vernetzung –  der oben genannten Bestandteile des Auenmosaiks und das Schaffen von Wanderkorridoren für Organismen.

Mit dem Burgauenbach wurden verschiedene Ziele verfolgt, die letztlich der Erhaltung der Aue dienen
 | Foto: Maria Vlaic
Mit dem Burgauenbach wurden verschiedene Ziele verfolgt, die letztlich der Erhaltung der Aue dienen | Foto: Maria Vlaic

Diese Evaluierung zeigt, dass entlang des Burgauenbachs und in den Lachen an der Waldspitze, auch Waldspitzlachen genannt, einerseits das Überleben einiger auentypischer Arten gesichert werden konnte, diese jedoch nicht in der Lage waren stabile Populationen zu etablieren oder sich in der Aue auszubreiten. Die Gewässerstrukturgütekartierung weißt auf deutliche Mängel in der ökologischen Durchgängigkeit und der Strukturvielfalt hin. Wichtige Strukturelemente wie Abbruchkanten, Quer- und Längsbänke sowie Prall- und Gleithänge fehlen weitgehend. Dadurch fehlen dem Fließgewässer eine Vielzahl an verschiedenen Lebensräume und die damit verbundene Artenvielfalt.

Einige dieser Problemstellen sollen behoben oder verbessert werden. Aus den Erhebungen des NABU Leipzig werden aktuell Maßnahmen, wie das gezielte Einbringen von strömungslenkenden Elementen (z.B. Totholz) in den Gewässerlauf und das sukzessive Abtragen der aus den damaligen Baumaßnahmen verbliebenen Verwallungen erarbeitet. Ziel ist es die regelmäßigen Überflutungen des Baches im Leutzscher Holz zu erhalten, kurzzeitig vom Wasser beeinflusste, sogenannte ephemere, Lebensräume zu schaffen und die Strukturvielfalt insgesamt zu erhöhen. Weitere Maßnahmen werden die Waldspitzlachen betreffen. Durchstiche zwischen Bach und Lachen verursachen eine direkte, ganzjährige Bewässerung durch den Burgauenbach. Die Folgen des Lebensraumverlust sind zum Beispiel in einer sich ändernden Libellenfauna zu sehen. Hier werden Vorschläge erarbeitet, die ganzjährige Wasserzufuhr nachhaltig zu unterbinden.

Zur Planung der Maßnahmen wird das Strahlwirkungskonzept angewendet. Als Strahlwirkung wird die ökologische Aufwertung strukturell beeinträchtigter Gewässerabschnitte, den Strahlwegen, durch die Einwanderung gewässertypischer Organismen aus benachbarten naturnahen Gewässerabschnitten, den Strahlursprüngen, bezeichnet. Ein erster Schritt ist es potentielle Strahlursprünge zu identifizieren und Maßnahmen zur Aufwertung zu entwickeln. Weitere nötige Schritte liegen in der Entwicklung derzeit noch weniger wertvoller Abschnitte.

Aktuell werden Maßnahmenpakete erarbeitet, die im Rahmen der Baumaßnahmen zur Lebendige Luppe der Stadt Leipzig umgesetzt werden.

Weitere Informationen zum Burgauenbach und den Waldspitzlachen sowie zu seiner Evaluation erhalten Sie beim NABU Leipzig


Wasser für die Papitzer Lachen

Abgeschlossene Projektteile

Seit Jahrzehnten setzen sich ehrenamtliche Mitglieder des NABU-Regionalverbands Leipzig für die Erhaltung der wertvollen, aber nicht immer optimal mit Wasser versorgten Amphibienhabitate in den Papitzer Lachenein. Bereits in den 1990er-Jahren initiierte der NABU den Bau einer Wassereinleitung aus der Weißen Elster, die seitdem Teilen der Papitzer Lachen bei Schkeuditz periodisch Wasser zuführt.



Der alte Wassereinlass war durch Baumängel, Frosteinwirkung und Setzungen von 10 bis 20 cm stark beschädigt. Die Regulierung der Wassermenge ließ sich nur noch von Hand durch ein Stecksystem aus Bretterbohlen ermöglichen. | Foto: Maria Vitzthum
Der alte Wassereinlass war durch Baumängel, Frosteinwirkung und Setzungen von 10 bis 20 cm stark beschädigt. Die Regulierung der Wassermenge ließ sich nur noch von Hand durch ein Stecksystem aus Bretterbohlen ermöglichen. | Foto: Maria Vitzthum


Dieses marode Einlassbauwerk konnte im Rahmen des Projekts Lebendige Luppe Ende 2015 erneuert werden. Das alte Bauwerk wurde abgebrochen, ein neues Fundament gegossen und der neue Wassereinlass eingebaut. Eine feierliche Einweihung gab es Anfang April 2016, pünktlich zu Beginn der Amphibienlaichzeit, wenn das einströmende Wasser den Fröschen und Unken im Gebiet optimale Bedingungen bietet. Bernd Heinitz, der Vorsitzende des NABU Sachsen, der Bürgermeister von Schkeuditz Lothar Dornbusch, Leipzigs Bürgermeister Heiko Rosenthal, Matthias Herbert vom Bundesamt für Naturschutz und Dr. Hartmut Schwarze vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft drehten den "Hahn" für die Wasserzufuhr feierlich auf. Aktuell kann der NABU als Wasserrechtsinhaber eine Höchstwassermenge von 55l/s entnehmen und durch kleine Wiesengräben, Furte und Querungen in die Papitzer Lachen schicken.

Das erneuerte Entnahmebauwerk | Foto: Maria Vitzthum
Das erneuerte Entnahmebauwerk | Foto: Maria Vitzthum

Im Januar und Februar 2016 wurden zudem zwei Wegquerungen mit unterirdischen Rohrleitungen im Rahmen einer Unterhaltungsmaßnahme ausgebessert, beide im Laufe der Jahre zugeschlämmt und baufällig geworden. 

Durch die Unterhaltung der vorhandenen Fließstrecke erhält die Nordwest-Aue eine funktionierende Lebensader, die vordergründig der Ableitung von Hochwassern dient und daher nur periodisch Wasser führt - analog zur Bewässerung der Papitzer Lachen. Durch das erneuerte Auslassbauwerk können auwald-typische Trockenzeiten und Perioden mit erhöhter Wasserzufuhr simuliert werden. Insgesamt entfaltet die Wasserversorgung durch die Anhebung des Grundwasserspiegels eine positive Wirkung auf die Stillgewässer und soll der Entwässerung durch die Neue Luppe entgegenwirken, die einerseits aus der Sohlvertiefung, andererseits aus dem Geländegefälle resultiert.

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Kontaktbüro Lebendige Luppe
Michael-Kazmierczak-Str. 25
04157 Leipzig
Telefon: 0341 86967550
E-Mail: info_at_Lebendige-Luppe.de
Mo: 9–18 Uhr
Di–Do: 9–15 Uhr
(Eingang über Coppistraße, neben Nr. 69)
Wenn wir nicht im Büro erreichbar sein sollten, sind wir in der Aue unterwegs. Bitte haben Sie Verständnis! Kontaktieren Sie uns einfach per E-Mail, wir melden uns bei Ihnen.