Aktueller Arbeitsstand im südlichen Projektgebiet

Trockener Flusslauf in der Elster-Luppe-Aue Foto: Sabine Schlenkermann

Südlich der Neuen Luppe sollen verschiedene, größtenteils trocken gefallene Luppe-Altläufe zwischen der Stadt Leipzig und dem Luppewildbett auf dem Gebiet der Stadt Schkeuditz wiederbelebt und zu einer Fließstrecke von ca. 16 km Länge verbunden werden.

Dem aktuellen Planungsstand entsprechend wird das nötige Wasser aus der Nahle und der Kleinen Luppe entnommen und hauptsächlich über Altlaufrelikte und einige neu anzulegende Gewässerabschnitte in die betroffenen Auenbereiche geführt. Die neue Lebensader soll naturnah gestaltet werden, dauerhaft Wasser führen und auch kleinere Hochwasser in die Landschaft leiten. Während den größten Teil des Jahres etwa 1,5 m³ Wasser pro Sekunde durch das Bett der Lebendigen Luppe fließen, sollen bei natürlichen Hochwassern – je nach Vorkommen – einmal im Jahr bis alle fünf Jahre – bis 30 m³/s eingeleitet werden.

Aktueller Arbeitsstand zum möglichen Gewässerverlauf. Lila markiert sind die Flächen, die eine Überschwemmung laut aktueller Berechnungen alle fünf Jahre erreichen kann. - Foto:

Die angrenzenden Siedlungen und baulichen Nutzungen, wie Schlobachshof und Domholzschänke, wird das Wasser nicht erreichen. Die Infrastrukturen im Gebiet werden nicht negativ beeinflusst. Auch die landwirtschaftlich genutzten Flächen sollen verschont bleiben. Hierfür wird mancherorts das Gelände entsprechend geringfügig angepasst, Bachbetten werden modelliert und Regelbauwerke errichtet.

Für den Auwald bedeuten die regelmäßigen Überschwemmungen eine wichtige Überlebensgrundlage. Mit dem Bau der Neuen Luppe und einigen anderen wasserbaulichen Maßnahmen im Leipziger Gewässernetz sind die Hochwasser auf wenige Extremhochwasser, wie 2011 und 2013, zurückgegangen. Die Lebendige Luppe soll je nach Wasserdargebot im Gewässerknoten jährlich bis fünfjährlich, durchschnittlich alle drei Jahre, über die Ufer treten. Dabei sollen Überflutungshöhen von maximal 50 cm Höhe und Überflutungszeiten von maximal 15 Tagen erreicht werden – daran ist eine Hartholzaue angepasst. Das Gebiet soll auch bei Hochwasser durchflossen werden. Lange Standzeiten des Wassers, wie sie bei dem unkontrollierten Einlass in die als Polder genutzte Burgaue 2011 und 2013 zu beobachten waren, sollen vermieden werden. Sie wirken sich u.a. negativ auf die Vegetation aus. Auch hier hilft die Lebendige Luppe: ihr Bett schafft neue Abflussmöglichkeiten und leitet das Wasser aus den kritischen Gebieten hinaus.

Die Kempter Nordaue nach dem Hochwasser im Juni 2013 - Foto:

Mit der Umsetzung der Lebendigen Luppe und dem geplanten Einleiten kleinerer Hochwasser werden nach aktuellem Kenntnisstand ca. 50 % der beim Hochwasser 2013 überschwemmten Hartholzaue erreicht. Zudem wird eine ökologisch durchgängige Verbindung von der Weißen Elster in die Saale entstehen.

Alle Maßnahmen werden entsprechend des No-Regret-Ansatzes so umgesetzt, dass sie einer späteren weiteren Entwicklung im Gebiet nicht entgegenstehen.

Neben den Baumaßnahmen zur Realisierung des Fließgewässers werden zahlreiche Durchlässe, Brücken und Regelbauwerke errichtet. Es entstehen größere Speisungsbauwerke im Bereich der Nahle und Kleinen Luppe und Ausleitungsbauwerke an der Neuen Luppe im Bereich des Zschampertsiels und im Bereich der Wildbettluppe.

Die Revitalisierung erfolgt in verschiedenen Bauabschnitten. Bis 2025 soll die gesamte Lebendige Luppe fertiggestellt sein. Die Genehmigungsplanung über alle Bauabschnitte wird derzeitig im Förderprojekt erarbeitet. Die Federführung liegt hier in Absprache mit der Stadt Schkeuditz bei der Stadt Leipzig. Die Stadt Schkeuditz beteiligt sich anteilig an den Planungskosten in Bezug auf den in ihrer Gemarkung liegenden Bauabschnitt.

Die Umsetzung des ersten Bauabschnitts wird durch die Stadt Leipzig realisiert – größtenteils mit Fördermitteln des Bundesamts für Naturschutz im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt sowie der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt, teilweise mit einem städtischen Eigenanteil. Die folgenden Bauabschnitte sollen im Rahmen des Projekts genehmigungsreif gemacht werden. Für ihre Umsetzung suchen die Städte Leipzig und Schkeuditz noch nach Finanzierungsquellen, die beispielsweise in Kompensationsmaßnahmen, Förder- und Stiftungsmitteln liegen könnten.

Bis zum Ende des aktuellen Förderprojekts im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt (2019) soll nach Möglichkeit der erste Bauabschnitt südlich der Neuen Luppe in der Burgaue fertig gestellt sein.

Die Realisierung der Bauabschnitte richtet sich nach den Planungsergebnissen. Der aktuelle Arbeitsstand sieht vor, die Lebendige Luppe in 3 Bauabschnitten zu realisieren.

Bauabschnitte im Territorium der Stadt Leipzig

1. Realisierungs-
abschnitt
Anschluss an die Nahle, Herstellung des Speisungsbauwerks, Wiederherstellung und Nutzung von Altlaufrelikten durch die Burgaue, zwischenzeitliche Mündung in die Neue Luppe am Bauerngrabensiel bis zur Realisierung weiterer Bauabschnitte.Ca. 3,5 km Fließstrecke
2. Realisierungs-
abschnitt
Wiederherstellung der Heuwegluppe und der Namenlosen Luppe von der Waldspitze bis zur Mündung in die Alte Luppe/Neue LuppeCa. 5 km Fließstrecke

Bauabschnitt im Territorium der Stadt Schkeuditz

3. Realisierungs-
abschnitt
Revitalisierung des ehemaligen Zschampertbetts von der Mündung in die Alte Luppe bis ins LuppewildbettCa. 4,5 km Fließstrecke
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Der Leipziger Auwald – Ort der Vielfalt, der Erholung und der Bildung – zieht sich wie ein grünes Band durch die Stadt und wird von den Bürgerinnen und Bürgern oft besucht und intensiv genutzt. Prof. Dr. Sylke Nissen und Dipl.-Pol. Karin Lange, die das Projekt Lebendige Luppe sozialwissenschaftlich begleiten, haben im Rahmen der kommunalen Bürgerumfrage über 1.500 Personen nach ihrer Einstellung zur Natur in der Stadt und zum Nutzungsverhalten der heimischen Auenlandschaft befragt. ...mehr
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Termin: 06.11.2019
Fachtagung: Lebendige Luppe im Kontext einer zukünftigen Auenentwicklung
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