Baumaßnahmen der Stadt Leipzig und der Stadt Schkeuditz

Südlich der Neuen Luppe sollen verschiedene Luppe-Altläufe zwischen der Stadt Leipzig und dem Luppewildbett auf dem Gebiet der Stadt Schkeuditz genutzt und zu einem durchgehenden, naturnahen Fließgewässer von 12 bis 16 km Länge verbunden werden. Die eingeleitete Wassermenge soll den natürlichen Schwankungen im Jahresverlauf entsprechend variieren und so auch kleinere, lebensraumtypische Hochwasser in die Aue leiten. Neben den Baumaßnahmen zur Realisierung des Fließgewässers werden Durchlässe, Brücken und Regel- bzw. Steuerungsbauwerke errichtet.

Der Bauabschnitt Zschampert wird als erster im Projekt Lebendige Luppe umgesetzt. - Foto: Maria Vitzthum

Der erste Bauabschnitt

Der zuerst umgesetzte Bauabschnitt, der Zschampert, wird voraussichtlich Ende 2019 / Anfang 2020 zur Planfeststellung eingereicht. Der Zschampert war historisch ein stark verzweigtes Gewässer in einem ökologisch sehr wertvollen Landschaftsmosaik aus Auenwiesen, Auwäldern und Gewässern. Trocken gefallene Relikte im ansonsten überwiegend naturfernen Zustand zeugen auch heute noch davon. Im Rahmen des Projekts Lebendige Luppe wird der Zschampert naturnah umgestaltet und zukünftig in seinem ursprünglichen Bett wieder in die Wildbettluppe münden. Im Normalwasserfall sind 0,2 m³/s Wasser vorgesehen, bei Hochwasser durch Starkregen wird das Flussbett bis zu 3,3 m³/s (entspricht einem HQ 5) führen, bzw. über die Ufer treten und den Hartholzauwald überschwemmen. Die Wildbettluppe wird maximal 1,5 m³/s Wasser aus dem Zschampert aufnehmen. Abflüsse, die darüber hinausgehen, werden in die Neue Luppe umgeleitet sofern sie nicht im Gebiet versickern.

Die geplante Bespannung des umgestalteten Zschamperts bei Mittel- und Hochwasser. - Foto: Maria Vlaic

Für die Umsetzung dieses Bauabschnittes werden kleinflächige Abgrabungen und Modellierungen des Gewässerbettes notwendig sein. Um den Höhenunterschied zwischen Zschampertbett und Wildbettluppe zu überwinden, wird eine Anpassung der Gewässersohlen vorgenommen.

Bis Sommer 2023 soll dieser Bauabschnitt umgesetzt werden. Parallel dazu werden weitere Bauabschnitte vorbereitet.

Aktuell am Zschampert

Ein nötiger Schritt zum bevorstehenden Planfeststellungsverfahren ist die Baugrunduntersuchung und Vermessungsarbeiten für die Entwurfsvermessung, die im Mai 2019 begonnen wurde. Dabei wird die Zusammensetzung und Beschaffenheit des Untergrundes in Gutachten ermittelt. Die Ergebnisse sind für eine konkrete Planung.

Des Weiteren werden aktuell naturschutzrelevante Arten nachkartiert. Der im Moment bearbeitete Bauabschnitt befindet sich im FFH-Gebiet des Leipziger Auwaldes und ist Lebensraum für viele geschützte Tier- und Pflanzenarten. Bereits zu Beginn des Projekts wurden die naturschutzrelevanten Arten kartiert. Eine genaue Kenntnis der aktuellen Artvorkommen wird für die Umweltverträglichkeitsprüfung benötigt, die sicherstellt, dass die Eingriffe nicht zu gravierenden Schäden im Gebiet führen. Daher ist eine ergänzende Nachkartierung vor Beginn der Baumaßnahmen erforderlich.

Die Federführung des Planungsprozesses liegt in Absprache mit der Stadt Schkeuditz bei der Stadt Leipzig. Die Stadt Schkeuditz beteiligt sich anteilig an den Kosten in Bezug auf den in ihrer Gemarkung liegenden Bauabschnitt und ist ebenfalls an dessen Planung beteiligt. Die Revitalisierung erfolgt in mehreren Abschnitten. Die Genehmigungsplanung über alle Bauabschnitte wird im Förderprojekt erarbeitet. Die Umsetzung des ersten Bauabschnitts wird durch die Stadt Leipzig realisiert – größtenteils mit Fördermitteln des Bundesamts für Naturschutz im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt sowie der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt, und mit einem städtischen Eigenanteil.

Die Umsetzung des ersten Bauabschnitts wird durch die Stadt Leipzig realisiert – größtenteils mit Fördermitteln des Bundesamts für Naturschutz im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt sowie der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt, teilweise mit einem städtischen Eigenanteil. Die folgenden Bauabschnitte sollen im Rahmen des Projekts genehmigungsreif gemacht werden. Für ihre Umsetzung suchen die Städte Leipzig und Schkeuditz noch nach Finanzierungsquellen, die beispielsweise in Kompensationsmaßnahmen, Förder- und Stiftungsmitteln liegen könnten Bis zum Ende des aktuellen Förderzeitraums im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt soll in die Planfeststellung (Ende 2019) eingetreten werden. Die weitere Realisierung (Bau) richtet sich nach den Festlegungen in den Genehmigungen.

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Wir wünschen allen angenehme Sommerferien und hoffen Sie finden Zeit zum Entspannen und Natur genießen! ...mehr
Termin: 25.09.2019
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