Zukunftsaufgabe Fließgewässer- und Auenentwicklung

 Foto: Maria Vitzthum

Zum Infoabend am 30.11. sprach Florian Mayer vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) über die Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt als Förderkulisse des Projekts Lebendige Luppe.

Auenlandschaften haben in den vergangenen Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Und das nicht nur, weil sie natürliche Zentren der Artenvielfalt sind. Sie erfüllen auch wichtige gesamtgesellschaftliche Funktionen und Aufgaben, zum Beispiel übernehmen sie einen Beitrag zur Luftreinhaltung und zum natürlichen Hochwasserschutz. Zum anderen profitiert der Mensch auch im persönlichen und kulturellen Bereich: beispielsweise, wenn er Erholung bei einem Spaziergang durch den Auwald findet oder er wichtige natürliche Zusammenhänge bei einem Umweltbildungsangebot im Freien erfährt.

Doch es ist traurige Realität, dass es an Deutschlands großen Flüssen kaum noch intakte Auen gibt. Resultierend aus den intensiven wasserbaulichen Maßnahmen der letzten 50 - 100 Jahre zum Zweck der Flächengewinnung haben Flüsse nur noch wenig (Spiel)Raum. Oft in ein starres Bett gezwungen, gibt es keine Dynamik mehr. Damit gehen Auen verloren, neue Auenlandschaften können nicht mehr entstehen.

In der seit 2007 bestehenden Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt des BfN spielen Fließgewässer und Auen daher eine besondere Rolle, was Florian Mayer in seinem Vortrag im Kontaktbüro näher erläuterte. Zu den Projekten, die im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt seit 2011 gefördert werden, gehört auch die Lebendige Luppe.

Florian Mayer räumte ein, dass trotz der großen Fördersummen, die in den letzten Jahren von Seiten des BfN in die Entwicklung von Auen geflossen sind, die Aufwertung dieser Landschaften erst in geringem Maße gelungen ist und noch viel Arbeit vor uns liegt. Wichtig ist als erster Schritt die Aufklärung und Sensibilierung für dieses Thema, damit der Handlungsbedarf in Politik wie Gesellschaft erkannt wird. Zwar können in der Politik entscheidene Weichen für die Zukunft gestellt, die tragende Basis kann jedoch nur durch die Akzeptanz in der Gesellschaft geschaffen werden.

Groß war daher die Freude über die Resonanz auf den Infoabend. Einige Besucher meldeten sich kritisch über die wasserbaulichen Maßnahmen am Leipziger Gewässerknoten zu Wort. Auch in Leipzig liegen noch viele Zukunfsaufgaben vor uns.

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