Waldinventur und Vegetationsaufnahmen

Von Februar bis April waren die WissenschaftlerInnen von Universität und UFZ im Projektgebiet unterwegs, um auf den vom Projekt angelegten Dauerbeobachtungsflächen zum einen im Rahmen einer Waldinventur das Vorkommen der lebenden Bäume und des Totholzes und zum anderen den Frühjahrsaspekt der krautigen Vegetation im Auwald aufzunehmen.

Für die Waldinventur wurden auf den 0,25 ha großen Flächen alle lebenden Bäume und Sträucher mit einem Brusthöhendurchmesser (= Stammdurchmesser in 1,30m Höhe) von mindestens 5 cm erfasst. Dazu wurde für jeden Baum die Artzugehörigkeit bestimmt, der Brusthöhendurchmesser und die Höhe gemessen, sowie die soziologische Stellung, die Überschirmung und vorhandene Schäden aufgenommen. Insgesamt wurden auf diese Weise insgesamt rund 3300 lebende Bäume und Sträucher erfasst. Alle lebenden Bäume wurden nummeriert und dauerhaft mit einer Plakette markiert. Dadurch ist es möglich, den Einfluss der Revitalisierungsmaßnahme und der zukünftigen Entwicklung des Auwaldes auf das Wachstum der Bäume und Sträucher zu untersuchen. Des Weiteren wird mit dieser Inventur die Menge der lebenden Holzbiomasse und des darin gespeicherten Kohlenstoffs ermittelt. Zusätzlich zu den lebenden Bäumen wurden auch tote Bäume erfasst, da das Totholz zum einen ein wichtiges Strukturelement und bedeutender Lebensraum für unzählige Tier- und Pilzarten ist und zum anderen ein wichtiges Kompartiment im Kohlenstoffkreislauf darstellt.

Wie bereits im Jahr 2013 werden auch in diesem Jahr Vegetationsaufnahmen durchgeführt, um die Diversität, Struktur und Artenzusammensetzung der krautigen Vegetation im Auwald vor der Revitalisierungsmaßnahme zu erfassen. Die Aufnahmen erfolgen jeweils im Frühjahr und Sommer, um die ausgeprägte Saisonalität der Vegetation zu berücksichtigen. Für die Vegetationsaufnahmen wurden auf den Dauerbeobachtungsflächen jeweils kleinere Untersuchungsflächen abgesteckt, auf denen alle vorkommenden krautigen Pflanzenarten bestimmt und ihre Deckung geschätzt werden. Die Artenzusammensetzung der krautigen Vegetation gibt Aufschluss über die Standortfaktoren an der Stelle der Aufnahme und reagiert sensibel auf deren Änderungen. Somit wird es möglich, den Effekt des neuen Fließgewässers auf die Entwicklung der Kraut- und Baumschicht zu messen und zu bewerten, wenn die Vegetationsaufnahmen und die Waldinventur nach Umsetzung der Maßnahme der „Lebendigen Luppe“ wiederholt werden.

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