Projektneuigkeiten in Schkeuditz vorgestellt

 Foto: Maria Vitzthum

Am Abend des 21. März präsentierten Maria Vlaic (NABU Sachsen) und Jens Riedel (Amt für Stadtgrün und Gewässer Leipzig) erstmals Projektidee, -ziele und -maßnahmen einem Schkeuditzer Publikum.

Um die 30 Gäste waren in die Kolonnade am Rathaus in Schkeuditz gekommen, um sich über die geplanten Maßnahmen auf Schkeuditzer Stadtgebiet zu informieren. Einleitend erläuterten die Referenten den naturschutzfachlich hohen Wert des Projektgebiets. Die Hartholzaue, die sich von der Leipziger Innenstadt über Schkeuditzer Flur bis nach Sachsen-Anhalt zieht, steht in einem deutschlandweiten Ranking des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) an 6. Stelle. Um diesen wertvollen Bestand zu sichern, wurde 2012 das Projekt Lebendige Luppe ins Leben gerufen. Seither wird an einem durchgehenden Fließgewässer von 16 km Länge auf einer Fläche von 20 km² geplant.

Doch das vermeintliche Naturidyll ist trügerisch, denn seit Jahrhunderten wurde die Aue durch menschliche Eingriffe verändert – mit dem Ergebnis, dass die Fließgewässer im Gebiet weitestgehend reguliert sind. Mindestens einmal alle fünf Jahre sollte ein Hochwasser die Aue erreichen, damit sich eine entsprechende Biotopvielfalt entwickeln kann. Doch natürliche Überschwemmungen erreichen die Wald- und Wiesenflächen nicht, so dass die eigentlich auentypische Lebensraumvielfalt hier nicht mehr vorzufinden ist. Trockenheitsliebende Arten wie Bärlauch, Spitz-Ahorn und Schwarzer Holunder gewinnen die Oberhand.

Im Rahmen des Projekts soll durch die Wiederbelebung historischer Fließstrecken ein durchgehender Fluss – beginnend an der Kleinen Luppe in Leipzig – bis nach Sachsen-Anhalt entstehen. Damit sollen zum einen die Grundwasserverhältnisse im Gebiet stabilisiert und zum anderen Lebensräume gesichert und entwickelt werden. Doch auch kleinere Hochwasser in ausgewählten, siedlungsfernen Bereichen sollen die Waldflächen erreichen. Auf Schkeuditzer Flur ist vorgesehen, den historischen Zschampert zu reaktivieren und an das Luppewildbett anzuschließen. Es ist geplant im Bereich des Zschampertsiels Hochwasser der Lebendigen Luppe in die Neue Luppe zu leiten, so dass der Ortsteil Kleinliebenau vor diesen Wassermengen geschützt bleibt.

Die Lage des Auwalds in unmittelbarer Nähe der Städte Leipzig und Schkeuditz macht die Planungen komplex, den Prozess mitunter langwierig. Da der Auwald von den Städten Leipzig und Schkeuditz „umklammert“ wird, legen Fragen der Infrastrukturentwicklung, des Hochwasserschutzes, aber auch die Wasserverteilung im Gewässerknoten, Eigentumsverhältnisse und Landnutzungsformen den Planungs- und Handlungsspielraum fest.

Als erster großer Verfahrensschritt wurde im Sommer 2017 das Scopingverfahren zum Projekt eingeleitet. Alle Planungsunterlagen wurden der Landesdirektion Sachsen (LDS), die als genehmigende Behörde das Planfeststellungsverfahren leitet, vorgelegt. Außerdem hatten die Träger öffentlicher Belange die Möglichkeit, zum Vorhaben Stellung zu nehmen.

Aus dem Verfahren ist ein Unterrichtungsschreiben der LDS im Herbst des vergangenen Jahres hervorgegangen. Nun prüfen die Planenden im Leipziger Amt für Stadtgrün und Gewässer, welche Anregungen bezüglich einer Ausdehnung von Untersuchungsraum, Untersuchungsinhalt und Planungsalternativen bearbeitet werden können. Im nächsten Schritt treten die Projektbeteiligten ins Planfeststellungsverfahren ein. Das Gesamtvorhaben soll in mehreren Projektabschnitten realisiert werden. Die Fertigstellung eines 1. Moduls ist derzeit bis 2022 vorgesehen. Danach soll das gesamte Fließgewässer Lebendige Luppe schrittweise fertiggestellt werden. Aktuell ist der Zeitraum von 2025 bis 2028 angedacht.

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