Vielfalt am Himmel und Vielfalt im Wald – Tag der Artenvielfalt am 13. Mai 2017

 Foto: Ludo van den Bogaert

Am vergangenen Samstag, dem 13. Mai, hatten wir zum 4. Mal anlässlich des Tages der Artenvielfalt zu verschiedenen Exkursionen in die Leipziger und Schkeuditzer Auenlandschaft eingeladen.

Gemeinsam mit Naturinteressierten und Artenexperten wollten wir wieder einmal etwas genauer hinzusehen, was in der Leipziger und Schkeuditzer Auenlandschaft wächst, kreucht und fleucht. Über den Tag verteilt waren wir in der Burgaue, dem Schlosspark in Lützschena und den Papitzer Lachen südlich von Schkeuditz unterwegs. Im Mittelpunkt der Touren standen die Lebensraumvielfalt und die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt der Auenlandschaft.

Den Auftakt lieferte die botanische Exkursion durch die Burgaue. Rolf Engelmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt, stellte eine Vielzahl von Frühblühern vor, von denen es in unserem Auwald derzeit etwa 100 Arten gibt. Mit kleinen Geschichten zu Besonderheiten und Nutzung der Blumen und Kräutlein gestaltete er informative Stunden für die Exkursionsteilnehmerinnen und –teilnehmer. Wer hätte gewusst, dass es bis Anfang des 18. Jahrhunderts eine Manufaktur in Leipzig gab, die Brenneselfasern zu Kleidung verarbeitete? Oder dass der Name des Bärlauchs sich vom früheren Glauben ableitet, dass der Bär nach seinem Winterschlaf als erstes Nahrungsmittel zu diesem würzigen Kraut griff?

 - Foto: Ludo van den Bogaert

Mittags ging es in die Papitzer Lachen und auf die Suche nach Libellen. Gleich zu Beginn der Exkursion wurden wir fündig und konnten am Ufer der Weißen Elster eine Libelle beim Schlupf aus ihrer Larvenhülle beobachten. Und auch weiter in den Papitzer Lachen konnten einige Libellen bei ihren Flügen an und über die Stillgewässer beobachtet werden, unter anderem auch zwei sich paarende Exemplare. Durch das kühle Frühjahr waren aber längst nicht so viele Libellen unterwegs wie sonst Mitte Mai. Libellenexperte Marcus Held stellte eine etwa einmonatige Verzögerung im aktuellen „Libellenjahr“ fest. Der derzeitige Entwicklungsstatus kann normalerweise schon Anfang/Mitte April beobachtet werden.

 - Foto: Ludo van den Bogaert

15 Uhr widmeten wir uns der Lebensraumvielfalt in einer Auenlandschaft. Zwei Kolleginnen vom Lebendige Luppe-Kontaktbüro beleuchteten das Mosaik aus Wald, Wiese und Wasser näher, das maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass eine so große Vielzahl verschiedener Tiere und Pflanzen in der Aue heimisch ist. Ein kleines Highlight war das Keschern im Burgauenbach, bei dem eine ungeahnte Vielfalt von Kleinstlebenwesen des Gewässerbodens zum Vorschein kam, wie Blattfusskrebse, Köcherfliegen- und Eintagsfliegenlarven.

 - Foto: Ludo van den Bogaert

Am frühen Abend drehte sich dann alles um die Vogelwelt. René Sievert vom NABU Leipzig führte von der Auwaldstation durch den Schlosspark, vorbei an Still- und Fließgewässern und in die offene Landschaft der Luppeaue. Anhand von Anekdoten gab er Tipps für die Vogelstimmenerkennung. Sogar ein Pirol konnte vernommen werden. Der für Auen typische Vogel kommt im Schlosspark und am Rande der Burgaue, neben dem Pfingstanger, vor.

 - Foto: Ludo van den Bogaert

Die Vielfalt der in Sachsen lebenden Fledermausarten und deren Biologie, Lebensweise, Ernährung, artspezifische Besonderheiten und Jahreszyklus standen im Blickpunkt der letzten Exkursion des Tages. Andreas Woiton vom NABU-Naturschutzinstitut thematisierte aber auch Mythen und Aberglauben rund um die nachtaktiven Säuger bzw. räumte mit letzterem auf. Auch Gefährdungsfaktoren sowie der Schutzstatus aller einheimischen Fledermäuse waren ein Thema, das angesprochen wurde. So kann man zum Beispiel durch eine durchdachte Sanierung von Gebäuden den Lebensraum der Fledermäuse erhalten.

 - Foto: Ludo van den Bogaert

Alle Exkursionen waren gut besucht und trotz wechselvoller Prognosen blieb uns das Wetter zumeist hold: Mit Gewittergrollen (zum Glück nur in der Ferne), einem kurzen Regenguss (abgeschirmt vom Blätterdach in der Burgaue), aber auch strahlendem Sonnenschein in den Papitzer Lachen zeigte sich auch das Wetter von seiner vielfältigen Seite. Ein großer Dank gilt allen Experten, die unsere Exkursionen geleitet und den Tag der Artenvielfalt damit überhaupt erst möglich gemacht haben.

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