Natur und Geschichte der Papitzer Lachen

 Foto: NABU Sachsen

Am 23. April 2016 hatte das Projekt Lebendige Luppe zur Exkursion an die Papitzer Lachen eingeladen.

Der Rundgang durch die Frühlingsnatur in der Luppeaue war gleichzeitig ein Ausflug in die Geschichte dieser ökologisch wertvollen Kleingewässer bei Schkeuditz. Birgit Peil, im Projekt Lebendige Luppe Mitarbeiterin in der Umweltbildung, sowie René Sievert, Biologe vom NABU-Regionalverband Leipzig, führten die Gruppe und informierten dabei über die Auenökologie, das Projekt Lebendige Luppe, die Natur am Wegesrand, die Geschichte der Lachen und die Naturschutzarbeit des NABU in diesem Gebiet.

Der Rundgang begann am Ufer der Weißen Elster und führte zunächst auf den Deich der Neuen Luppe. Hier erläuterte René Sievert die Eigenarten einer natürlichen Auenlandschaft und die Entwicklung in der Region Leipzig hin zum heutigen Zustand, in dem auendynamische Prozesse durch menschliche Eingriffe seit vielen Jahrzehnten nicht mehr stattfinden. Entwässerung der Landschaft, Hochwasserschutzmaßnahmen sowie Gewässerregulierung haben dazu geführt, dass sich die Auennatur, die auf natürliche Hochwasserereignisse angewiesen ist, in einem kritischen Zustand befindet. Maßnahmen für eine Revitalisierung, wie zum Beispiel das Projekt "Lebendige Luppe" sind notwendig, um den artenreichen Lebensraum zu erhalten.

Bei einem Zwischenstopp auf dem Deich der Neuen Luppe wurden die Unterschiede von Hart- und Weichholzaue und die ökologischen Zusammenhänge in der Leipziger Auenlandschaft vorgestellt. Der Weg auf dem Deich der Neuen Luppe verdeutlichte die einförmige Lan - Foto: Beate Kahl

Nach einem Gang entlang der Neuen Luppe führte der Rundgang durch verschiedene ehemalige Flussbetten der historischen Luppe. Sie sind heute trockengefallen, einige werden jedoch durch das Projekt Lebendige Luppe zumindest zeitweise wieder mit Wasser versorgt. Einige der früheren Flussabschnitte in der Luppeaue sind auf diese Weise wieder durchströmt und man bekommt einen guten Eindruck vom früheren Bild der Landschaft. So zeigten sich die Exkursionsteilnehmer beeindruckt vom Anblick der Heuwegluppe, die mit Wasser gefüllt noch immer wie ein natürlicher Fluss aussieht und nur in einem Dornröschenschlaf liegt.

René Sievert erläuterte anhand von Karten und vor Ort an Heuweg- und Namenloser Luppe das weitverzweigte Fließgewässernetz, das früher die Luppeaue prägte und heute zum Teil noch in der Landschaft zu finden ist. - Foto: Ludo van den Bogaert

Im Anschluss erläuterte Birgit Peil unter anderem die Arbeit der wissenschaftlichen Begleitforschung des Projekts Lebendige Luppe und die besonderen Ökosystemleistungen einer Auenlandschaft. Danach informierte René Sievert über die Nutzungsgeschichte der Papitzer Lachen, die durch Lehmabbau entstanden und heute ein wertvoller Lebensraum in der Auenlandschaft sind - insbesondere für Amphibien. Mit einem Amphibienstimmenquiz wurden einige typische Arten, die in der Luppeaue zuhause sind, vorgestellt. Dazu zählen beispielsweise Moorfrosch, Rotbauchunke und Laubfrosch, dessen Rufe man trotz des eher kühlen Wetters auch immer wieder "live" hören konnte. Ein kleiner Grünfrosch hüpfte über den Weg und ließ sich ausgiebig betrachten. Auch zahlreiche Vogelarten ließen ihren Gesang hören und sorgten für ein besonderes Naturerlebnis.

An einem Bodenprofil berichtete Birgit Peil über die Arbeit der wissenschaftlichen Begleitforschung des Projekts Lebendige Luppe.  - Foto: Ludo van den Bogaert

Letzte Station der Rundwanderung war das Einlassbauwerk am Ufer der Weißen Elster, das erst wenige Wochen zuvor offiziell eingeweiht worden war. Im Rahmen des Projekts Lebendige Luppe hatte der NABU Sachsen das marode Einlassbauwerk aus den 90er Jahren entfernt und ein modernes Ersatzbauwerk errichtet. Es sorgt für eine verlässliche Wasserversorgung der Papitzer Lachen, die nach ökologischen Kriterien vom NABU Leipzig je nach Jahreszeit reguliert wird.

Am Ende wurden die Exkursionsteilnehmer noch mit Informationsmaterial zu weiteren Veranstaltungen des Projekts "Lebendige Luppe" und Mitmachangeboten des NABU versorgt. Einige werden bestimmt wiederkommen. Unter den Exkursionsteilnehmern waren auch wieder viele mit Vorkenntnissen über das Gebiet, seine Geschichte oder die hier lebenden Tier- und Pflanzenarten, so dass ein interessanter Informationsaustausch möglich war und es für alle eine kurzweilige Exkursion wurde.

 - Foto: NABU Sachsen
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