Infoabend im Naturkundemuseum

Informationsabend im Naturkundemuseum. Foto: René Sievert | NABU Sachsen

Es gibt Neuigkeiten im Projekt Lebendige Luppe. Darüber informieren konnte man sich am 4. November 2015 im Naturkundemuseum Leipzig. Bei dem Informationsabend haben Projektmitarbeiter vorgestellt, was die Planungen bisher ergeben haben und was derzeit bereits realisiert wird.

Im Rahmen des Projekts ist vorgesehen, ehemalige Flussbetten im nordwestlichen Auwald zu verbinden und wieder mit Wasser zu versorgen. In der Vergangenheit gab es immer wieder Diskussionen und weitergehende Vorschläge verschiedener Umweltakteure, die die weiteren Arbeiten im Projekt beeinflusst haben.

Projektleiterin Angela Zábojník

Eine natürliche Auenlandschaft ist von dynamischen Flüssen und Bächen geprägt. Zahlreiche wasserbauliche Maßnahmen der letzten 100 Jahre haben der Leipziger Aue diese Dynamik genommen und sind so maßgeblich für die Austrocknung des Auwaldes verantwortlich. Angela Zábojník (Amt für Stadtgrün und Gewässer; Stadt Leipzig), Leiterin des Projektes, erklärte die Ursachen für die zunehmende Austrocknung der Aue und ihre Folgen. So verändert der Wasserhaushalt nicht nur Flora und Fauna, sondern beeinflusst auch die Fähigkeit des Waldes bestimmte Funktionen zu erfüllen, von denen die Bürger profitieren – dazu gehören neben Erholung und Freizeitgestaltung auch Klimaregulation, Wasserdargebot und Hochwasserschutz. Zur Förderung dieser Funktionen ist es daher dringend nötig, naturnahe Verhältnisse weitestgehend wiederherzustellen. Das Projekt Lebendige Luppe ist ein „Mosaikstein in der Auenrevitalisierung“, erklärte Angela Zábojník, und teilte mit, dass die Untersuchungen eine neue Vorzugsvariante für den Verlauf der Lebendigen Luppe ergaben: Sollte sie ursprünglich aus der Kleinen Luppe mit Wasser versorgt werden, wird das Wasser nun ausschließlich der Nahle entnommen und in historische Fließstrecken geleitet. Damit werden siedlungsnahe Gebiete geschützt und aufwändige Unterführungen, zum Beispiel an den ICE-Trassen, vermieden. Kleinere Hochwasser, wie sie nach der Schneeschmelze oder Starkregenereignissen entstehen, sollen die Lebendige Luppe stellenweise ausufern lassen und so dem Wald die nötige Feuchtigkeit und Dynamik wiedergeben. Angela Zábojník veranschaulichte dies mit Hilfe der Modellierungsergebnisse und konnte so den Anrainern ihre Sorgen vor einer starken Vernässung der Wohngebiete nehmen.

Der Veranstaltungsraum im Naturkundemuseum war bis auf den letzten Platz gefüllt. - Foto: René Sievert | NABU Sachsen

Auch im nördlichen Projektgebiet gibt es Neues, worüber Philipp Steuer, Mitarbeiter des NABU Sachsen, bei dem Infoabend Auskunft gab. Er kündigte die Erneuerung des Auslassbauwerkes an der Weißen Elster in den kommenden Wochen an. Mit dem inzwischen maroden und nur eingeschränkt funktionstüchtigen Bauwerk werden die Papitzer und Modelwitzer Lachen, ehemalige Lehmstiche, mit Wasser versorgt. Ohne diese Wasserzufuhr würden sie binnen weniger Tage trockenfallen. „Die Bauzeit wird etwa zwei Wochen betragen“, sagte Philipp Steuer, „derzeit trocknet der Beton des Fertigteils.“ Das Wasser durchfließt die Lachen und versickert aktuell in den Altarmen des Luppenetzes. Einige weitere kleinere Eingriffe sollen für einen verbesserten Durchfluss über die nördliche Alte Luppe in die Weiße Elster sorgen.

In den kommenden Wochen wird das Wassereinlassbauwerk für die Papitzer Lachen erneuert, kündigte Philipp Steuer, Mitarbeiter des NABU Sachsen, bei dem Infoabend an. - Foto: René Sievert | NABU Sachsen

Eingeladen zu diesem Informationsabend hatte der NABU-Regionalverband Leipzig im Rahmen seiner Veranstaltung „Der Natur zuliebe“, die einmal im Monat im Naturkundemuseum stattfindet. Rund 60 Leipziger und Schkeuditzer nutzten die Möglichkeit und waren ins Museum gekommen. Viele der anwesenden Bürger verfolgen das Projekt Lebendige Luppe schon seit langem. Naturschützer sowie Anrainer diskutierten über die Hochwasserproblematik und Landwirtschaft in der Aue. Auch die anwesenden Projektmitarbeiter der natur- und sozialwissenschaftlichen Begleitforschung kamen zu Wort und beantworteten den Bürgern Fragen zu ihrem Arbeitsgebiet.

Prof. Sylke Nissen

Über Fortschritte und über die weitere Umsetzung wird das Projekt auch im kommenden Jahr informieren. Einzelheiten zum aktuellen Stand kann man auch im aktuellen "Fließtext" nachlesen, dem Newsletter des Projekts.


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"Fließtext" - Nr. 4 / 2015 zum Download.


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