Fachtagung 06.-07.11.2019

Lebendige Luppe im Kontext einer zukünftigen Auenentwicklung

An gleich zwei Tagen Anfang November (06. - 07.11.2019) fand in Leipzig die mittlerweile dritte Fachtagung im Projekt Lebendige Luppe statt. Unter dem Titel „Lebendige Luppe im Kontext einer zukünftigen Auenentwicklung“ waren Akteure, Naturschützer, Wissenschaftler und Behördenvertreter verschiedener deutscher Auenrevitalisierungsprojekte (Abb. 1) eingeladen, um den Verlauf und Erfolg ihrer Vorhaben zu präsentieren, aber auch Herausforderungen zu thematisieren.

Begrüßung der Fachtagungsteilnehmer durch Heiko Rosenthal  - Foto: Ludo Van den Bogaert Mathias Herbert vom BfN begrüßt die Fachtagungsteilnehmer.  - Foto: Ludo Van den Bogaert

NABU und WWF stellten mit ihren Projekten „Untere Havel“ und „Wilde Mulde“ Maßnahmen zur Renaturierung von Auen vor und gaben dabei einen Einblick in die Kommunikation mit Bürgern und Politikern und Transparenz, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit als besonders wichtig herausgestellt. In diesem Zusammenhang wiesen Karin Lange (Institut für Soziologie der Universität Leipzig) und Torsten Wilke (Amt für Stadtgrün und Gewässer der Stadt Leipzig), beide Mitarbeiter im Projekt Lebendige Luppe, auf die Entwicklung der Leipziger Auengespräche hin, die Anfang 2019 in der Gründung einer Arbeitsgruppe zur „Erarbeitung eines Konzeptes zur Entwicklung der Elster-Luppe-Aue“ mündeten. In dieser sind neben Verwaltungs- und Behördenvertretern ebenso Vertreter der örtlichen Naturschutzverbände und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen vertreten.

Rocco Buchta vom NABU-Institut für Fluss- und Auenökologie - Foto: Ludo Van den Bogaert Heiko Schrenner vom WWF Deutschland - Foto: Ludo Van den Bogaert

Ebenso wurde das vom Freistaat Sachsen in diesem Jahr veröffentlichte Auenprogramm durch einen Vertreter des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft vorgestellt und anschließend aus Sicht des NABU Sachsen besprochen. Der Leipziger und Schkeuditzer Auwald wurde im Rahmen dieses Programmes als ein Potentialgebiet für mögliche Projekte zur Revitalisierung von Auen identifiziert, woraus sich die besondere Verantwortung für dieses Gebiet, welches als FFH- und SPA-Gebiet auch europäischen Schutz genießt, ergibt.

Thomas Gröger vom Sächsischen Staatsministerium  für Umwelt und Landwirtschaft stellte in seinem Vortrag das Sächsische Auenprogramm vor. - Foto: Ludo Van den Bogaert

Als einer der Hauptakteure in der Leipziger und Schkeuditzer Auenlandschaft stellte sowohl die Landestalsperrenverwaltung Sachsens (LTV) als auch der Landesbetrieb für Hochwasserschutz aus Sachsen-Anhalt (LHW) mögliche Strategien bezüglich der Renaturierung von Auenlandschaften vor. Die jeweiligen Konflikte zwischen Naturschutz und Hochwasserschutz wurden dabei herausgestellt und diskutiert.

Insgesamt konnte der Schutz der Elster-Luppe-Aue durch die Beiträge des ersten Teils der Fachtagung, sowohl aus naturschutzfachlicher als auch aus politischer und wasserwirtschaftlicher Sicht beleuchtet werden.

Eckehard Bielitz von der Landestalsperrenverwaltung Sachsen zum Thema Vereinbarkeit von Hochwasserschutz und Ökologie. - Foto: Ludo Van den Bogaert

Der zweite Teil der Veranstaltung war konkret der Elster-Luppe-Aue und dem Projekt Lebendige Luppe gewidmet. Das vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) erarbeitete naturschutzfachliche Leitbild der Elster-Luppe-Aue ist ein wichtiger Aspekt bei den Planungen im Projekt Lebendige Luppe, das seinerseits auf die verschiedenen Möglichkeiten der Trassenführung einging. So steht der ursprünglichen Variante des Flussverlaufs der Lebendigen Luppe (Reaktivierung historischer Flussbetten im Auwald) die alternative Variante der Einbindung des vorhandenen Gewässerbetts der südlichen Alten Luppe gegenüber. Die südliche Alte Luppe grenzt direkt an ein Siedlungsgebiet an. Die Erreichung der Projektziele (Reaktivierung der Flussbetten, Anhebung des Grundwasserspiegels und Förderung auentypischer Überschwemmungen in der Hartholzaue) zum einen, und beispielsweise die Auswirkungen auf benachbarte Siedlungs- und Infrastruktur zum anderen werden schließlich bei der noch ausstehenden Abwägung und Entscheidung der Varianten des umzusetzenden Flussverlauf einfließen.

Frederyk Weber von C&E Consulting und Engineering zur Alternativenprüfung im Projekt Lebendige Luppe. - Foto: Ludo Van den Bogaert Fragen aus dem Publikum. - Foto: Ludo Van den Bogaert Fragen aus dem Publikum (2). - Foto: Ludo Van den Bogaert Buffet von der Heldenküche während der Fachtagung. - Foto: Ludo Van den Bogaert
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