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Heute am 16. April 2021 wurde die diesjährige Leipziger Auwaldart bekanntgegeben

Esche mit Spechtpuren, welche den Befall mit der Eschenbastkäferlarve verdeutlichen | Foto: Rolf Engelmann
Esche mit Spechtpuren, welche den Befall mit der Eschenbastkäferlarve verdeutlichen | Foto: Rolf Engelmann

Die jährliche Bekanntgabe der Leipziger Auwaldart durch Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal fand dieses Jahr pandemiebedingt nicht vor Publikum statt, dafür aber vor laufender Kamera. Das Video ist auf dieser Seite abrufbar: https://www.leipzig.de/news/news/geheimnis-um-leipziger-auwaldart-gelueftet/

 „Mit der Wahl der diesjährigen Leipziger Auwaldart möchte ich unser Augenmerk auch auf die Situation unseres Leipziger Auwaldes lenken“ so Rosenthal. „Der Leipziger Auwald ist in den vergangenen Jahren durch Hitze und Trockenheit sehr gestresst. Eschentriebsterben und die Rußrindenkrankheit setzen ihm zu. Deshalb arbeiten wir mit Projekten, wie der Lebendige Luppe oder der Paußnitzflutung intensiv an der Auenkonzeption und der Wiedervernässung des Auwaldes“ führt er weiter aus und gibt bekannt: „In diesem Jahr wollen wir, vor allem auch zum Gedenk der Situation, eine Auwaldart küren, die stellvertretend dafür steht, dass der Auwald im Stress ist. Die Leipziger Auwaldart 2021 ist die Gewöhnliche Esche (Fraxinus excelsior)!“ Mathias Scholz vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und Rolf Engelmann vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung und der Uni Leipzig, beide Teil der naturwissenschaftlichen Begleitforschung im Projekt Lebendige Luppe stellen die diesjährige Auwaldart und ihre Gefährdungssituation vor. „Knapp 40 % des Baumbestandes wird im Leipziger Auwald von der Esche eingenommen“ berichtet Mathias Scholz. Als eine der größten einheimischen Baumarten war die Gewöhnliche Esche forstlich gefördert lange Zeit auf dem Vormarsch. Die Baumart kommt vorrangig gewässerbegleitend in Auen-, Laubmisch- und Schluchtwäldern vor. Zusammen mit der Eiche und der Ulme bestimmt die Gewöhnliche Esche die Waldgesellschaft vieler Hartholzauen. Die Esche ist an Überflutungen gewöhnt und kann diese unbeschadet bis zu 30 Tage überstehen. Bedingt durch die Auswirkungen extremer Wetterereignisse, wie Hitze und Dürre, und vorgeschädigt durch das Eschentriebsterben (einer Pilzkrankheit), hat sich der Zustand der Baumart im Leipziger Auwald stark verschlechtert. „Diese seit etwa 10 Jahren alljährlich wiederkehrende Infektion im Leipziger Auwald führt dann dazu, dass der Baum immer mehr geschwächt wird, was wiederum andere Schädlinge oder Organismen fördert, die den Baum weiter befallen“ so Rolf Engelmann. Als Folge dieser Schwächungen macht ihr zunehmend besonders der starke Befall mit Borkenkäfern zu schaffen. Im zeitigen Frühjahr legen die Spechte dann die Fraßgänge dieser Borkenkäfer frei, um die kleinen weißen Käferlarven zu erbeuten. Diese starke Schwächung der Eschen, die Pilzkrankheit und der Befall mit Borkenkäfern, führen derzeit zu einem dramatischen Absterben von sehr vielen Individuen. „Das kann man aktuell sehr gut an sehr vielen Eschen im Stadtgebiet beobachten“ führt Rolf Engelmann weiter aus und Mathias Scholz betont „Unsere Schlussfolgerung daraus ist, dass wir möglichst schnell und zügig mit den Revitalisierungsmaßnahmen, die im Kontext Lebendige Luppe und darüber hinaus in der Diskussion sind, beginnen müssen“.

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