Erster Infoabend 2017 - Neuigkeiten aus dem Projekt

 Foto: Maria Vlaic

Jens Riedel, Projektmanager vom Leipziger Amt für Stadtgrün und Gewässer, gab am 29.3. Einblicke ins Projektgeschehen und die Gewässergeschichte von Leipzig.

2017 stehen weitere große Schritte im Projekt an: zwischen Mai und Juli soll das so genannte Scopingverfahren beginnen: Dabei handelt es sich um einen Teil der Umweltverträglichkeitsprüfung, die bei Eingriffen in Naturräume - wie sie das Projekt Lebendige Luppe darstellt - durchgeführt werden müssen. Beim Scoping können sich alle Träger öffentlicher Belange einbringen. Damit findet eine Überprüfung statt, ob alle Umweltauswirkungen umfänglich genug untersucht wurden. Gegebenfalls sind als Ergebnis des Scopings noch weitere Untersuchungen notwendig oder es müssen Planungsanpassungen durchgeführt werden.

Mit welchem Planungsstand das Projekt ins Verfahren geht, stellte Jens Riedel beim Infoabend vor. Hinsichtlich des Ausleitungspunktes der Lebendigen Luppe sieht der aktuelle Arbeitsstand vor, das Niedrig- und Mittelwasser aus der Kleinen Luppe, Hochwasser aus der Nahle zu entnehmen. Zu diesem Zweck muss in der Nahle ein Querbauwerk zum Anstauen des Wassers errichtet werden, da sich die Nahle selbst bei hohem Wasserdargebot zu tief in der Gewässersohle befindet.

Anhand eines digitalen Geländemodells ließ Jens Riedel 30m³/s Wasser ins Gebiet strömen. Dies entspricht der Wassermenge, die beim einem statistisch gesehen einmal pro Jahr vorkommenden Hochwasser (bei Schneeschmelze oder Starkregen) durch die Lebendige Luppe geleitet wird. Die Gäste des Infoabends konnten anhand der Modellierung nachvollziehen, in welchen Gebieten der Burgaue es in diesem Fall zu Überschwemmungen kommen und wie schnell das Wasser in den betroffenene Gebieten durch das dann funktionierende Abflusssystem wieder aus dem Gebiet herausgeleitet würde.

Neben den konkreten Ausführgen zum Projektfortschritt gab jens Riedel informative Einblicke in die historische Entwicklung der Wasserläufe seit Gründung Leipzigs, die wasserwirtschaftliche Nutzung und die prägnanten wasserbaulichen Ereignisse zum Zwecke des Hochwasserschutzes seit Mitte des 19. Jahrhunderts, die zur nachhaltigen Überprägung der hiesigen Gewässerlandschaft führten. Die Aufgabe unserer Generation sei es nun, die Entwicklungen hin zu einem ökologischen Hochwasserschutz voranzutreiben. Es stelle außerdem eine große Herausforderung dar, das Integrierte Leipziger Gewässerkonzept und die verschiedenenen wasserwirtschaftlichen Nutzungsformen mit den Planungen der Lebendigen Luppe in Einklang zu bringen.

Mit vielen Fragen und Anmerkungen brachten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer am Ende in die Diskussion ein. Wie die erwarteten Erfolgsaussichten für die bevorstehende Genehmigungsphase seien,ob die Lebendige Luppe gewässertouristisch genutzt werden soll und ob die Alte Luppe in die Planungen miteinbezogen werde, waren unter anderem Themen, die das Publikum interessierten.

Voraussichtlich Anfang 2018 soll das Planfeststellungsverfahren für das Projekt beginnen, in dem die Landesdirektion Sachsen die Planungsunterlagen prüft und über den weiteren Verlauf bescheidet. Eine Genehmigung vorausgesetzt, könnte der 1. Abschnitt der Lebendigen Luppe 2020 fertiggesetllt sein, das gesamte Gewässer - abhängig von einer noch zu klärenden Finanzierung - bis 2025.

 - Foto: Ludo van den Bogaert  - Foto: Ludo van den Bogaert  - Foto:
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