Papitzer Lachen-Exkursion: Den Fröschen wars zu kalt

 Foto: Ludo van den Bogaert

Am 22. April stand unsere alljährliche Exkursion in die Elster-Luppe-Aue auf dem Programm.

Trotz winterlicher Temperaturen und eisigem Wind machten sich einige Naturfreunde mit uns auf den Weg, um mehr über die Nutzungsgeschichte des Naturschutzgebietes „Papitzer Lehmlachen“ sowie dessen Flora und Fauna zu erfahren.

Das Gebiet wurde ehemals für den Abbau von Lehm genutzt. Die dafür aufgeschlossenen und heute mit Wasser gefüllten Gruben sind wertvolle Habitat für Amphibien und andere Tierarten geworden. Da in unserer Auenlandschaft durch die fehlende Dynamik des Wassers auf natürliche Weise keine Stillgewässer mehr entstehen, sind die Papitzer Lachen naturschutzfachlich von besonderem Wert. Leider ließen aufgrund der kalten Temperaturen die lebendigen Exemplare von Rotbauchunke und Co. auf sich warten. Einen kleinen Eindruck vom amphibischen Treiben im Gebiet gaben dennoch die Ton- und Bildaufnahmen, die die Exkursionsleiterinnen dank technischem Gerät dabei hatten.

Die zweieinhalbstündige Tour gab außerdem Einblicke in die gewässerhistorische Entwicklung der Flüsse in und um Leipzig, den Wasserbau und die Problematik der Auenentwässerung.

Auch wurden die verschiedenen Zonen einer funktionierenden Aue erklärt: Als Weichholzaue bezeichnet man sehr flussnahe Bereiche, die mehrmals im Jahr für längere Zeit überflutet werden und von Baumarten wie Weide, Pappel und Erle bewachsen sind. Diese Arten kommen mit der hohen Feuchtigkeit sehr gut zurecht. Leider gibt es aufgrund der fehlenden Auendynamik und der Austrocknung so gut wie keine Weichholzaue mehr in unserem Auensystem. Somit ist der gesamte hiesige Auwald durch sogenannte Hartholzaue gekennzeichnet. Diese zeichnet sich durch eine höhere Geländelage bzw. weitere Entfernung vom Fluss aus. Daher ist sie seltener und kürzer überflutet. Typischerweise wachsen hier Stieleiche, Esche und Feldulme.

Neben den allgemeinen Ausführungen zum Lebensraum Aue gaben die Exkursionsleiterinnen auch Auskunft über die wissenschaftliche Begleitforschung im Rahmen des Projekts Lebendige Luppe. An einem Dauerbeobachtungsplatz berichteten sie, wie der Boden, das Grund- und Oberflächenwasser und die Artenzusammensetzung untersucht werden und man über diese Parameter den Einfluss des neuen Gewässers sichtbar machen könne.

Auch das 2016 eingeweihte Wassereinlassbauwerk an der Weißen Elster markierte eine Station der Exkursion. Von hier wird Wasser jahreszeitlich angepasst in die Papitzer Lachen geleitet, womit eine auentypische Dynamik in kleinem Maßstab simuliert werden soll. Die Bewässerung hilft, dem Wasserentzug durch die Neue Luppe entgegenzuwirken, den Wasserhaushalt der Lachen zu stabilisieren und somit zur Erhaltung dieser wertvollen Landschaft beizutragen.

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